Notfall- und Intensivmedizin

Besonders in Notfallsituationen steht unser Team Ihrem Pferd und Ihnen zur Seite.

Auch bei Fohlen gelingt der Start ins Leben leider nicht immer problemfrei. Gerade bei Neugeborenen ist es wichtig, Anzeichen für ein gestörtes Allgemeinbefinden früh genug ernst zu nehmen und tierärztlichen Rat hinzuzuziehen. Fohlen, die lebensschwach zur Welt kommen oder andere Krankheiten aufweisen, müssen intensivmedizinisch betreut werden. Eine optimale Versorgung ist dabei nur stationär durch geschultes Personal zu gewährleisten. Das Fohlen muss in diesen Fällen häufig aufgestellt werden. Die Tränkeaufnahme über das Euter gelingt oft nur mit Unterstützung und ein regelmäßiges Auffordern zum Trinken ist unerlässlich. Zugleich sind notwendige Infusionstherapien beim Fohlen besonders betreuungsintensiv, da die Infusionsgabe permanent von geschultem Personal überwacht werden muss. Das heißt, das Fohlen ist während der gesamten Infusionszeit von Pflegepersonal umgeben. So werden auch die Vitalparameter und die wichtigsten Blutwerte in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Sollte es dennoch zu Komplikationen oder einer Verschlechterung des Allgemeinbefindens kommen, können wir direkt reagieren und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um einen kritischen Zustand abzuwenden.

Weitere Fohlenkrankheiten, die rund um die Geburt auftreten können, sind zum Beispiel das Mekoniumverhalten (Darmpech geht nicht ab), Koliken, eine Urachusfistel oder Harnblasenruptur sowie Nabelinfektionen und Durchfall- oder Atemwegserkrankungen. Auch Nabelbrüche oder Fehlstellungen bedürfen einer medizinischen Betreuung.

Je nach Art und Verlauf der unterschiedlichen Erkrankungen kann auch beim Fohlen ein chirurgisches Eingreifen notwendig werden. Dazu stehen bei uns erfahrene Chirurgen rund um die Uhr zur Verfügung. 

Alle Patienten, bei denen eine engmaschige medizinische Intensivüberwachung notwendig ist, werden bei uns stationär im Intensivstall betreut. Hierzu zählen insbesondere frisch operierte Kolikpatienten, sowie Patienten, bei denen infolge einer Kolik eine konservative Therapie eingeleitet werden muss oder die aufgrund eines internistischen Notfalls eine Infusionstherapie benötigen. Auch Pferde mit schweren Verletzungen oder Fohlen müssen intensivmedizinisch betreut werden.

Unsere Intensivpatienten werden rund um die Uhr von geschultem Personal überwacht und professionell versorgt. Die Pferde werden zudem in regelmäßigen Abständen klinisch und gegebenenfalls laboranalytisch untersucht, sodass bei einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes sofort gehandelt werden kann.

Für Patienten mit Fieber und Verdacht auf ansteckende Erkrankungen stehen einzelne Isolationsboxen bereit.

Bitte beachten Sie, dass bei Verdacht auf eine Herpesinfektion oder infektiöse Anämie keine stationäre Aufnahme erfolgen kann.

Ein Großteil der Kolikformen (mehr als 80 %) lässt sich bei intensivmedizinischer Betreuung konservativ behandeln. Jedoch kann ein chirurgischer Eingriff nicht bei jeder Art von Kolik umgangen werden. Gerade bei Drehungen des Dünn- und Dickdarms sowie Strangulationen (Einklemmungen) des Dünndarms und einem daraus entstehenden Darmverschluss kann dem Pferd nur durch eine chirurgische Intervention geholfen werden. Auch hochgradige Gaskoliken oder anhaltende Kolikzustände, bei denen durch eine konservative Therapie keine Besserung erzielt werden kann, müssen chirurgisch behandelt werden.

Eine Kolikoperation kann nur unter Vollnarkose durchgeführt werden. Dazu befindet sich das Pferd in Rückenlage. Der Chirurg setzt einen etwa 20 cm langen Schnitt in der Medianen und lagert dann nacheinander die einzelnen Darmanteile vor. Je nach Kolikursache muss entweder die Lage des entsprechenden Darmteils korrigiert werden, teilweise angeschoppter Darminhalt ausgespült oder auch ein abgestorbener, nekrotischer Darmabschnitt entfernt werden (Resektion).

Bei einem unkomplizierten Heilungsverlauf darf das Pferd nach 8 – 10 Tagen nach Hause. Dort erfolgt dann über mehrere Wochen ein kontrolliertes Aufbauprogramm im Schritt. Solange ist das Pferd in Boxenhaltung aufzustallen. Nach etwa 3 Monaten ist die Bauchnaht in der Regel so gut abgeheilt, dass ein uneingeschränkter Weidegang und normales Training möglich sind.

Vor allem durch die aufwendige postoperative Versorgung des Patienten verursacht eine Kolikoperation erhebliche Kosten. Durch mögliche Komplikationen wie Wundheilungsstörungen der Bauchnaht oder Venenentzündungen können weitere Kosten entstehen. Wir empfehlen Ihnen deshalb, eine OP-Versicherung für Ihr Pferd abzuschließen.

  • Verletzungen
  • Frakturbehandlung
  • Osteosynthese
  • Herz-, Kreislauf-, Atemwegserkrankungen

Unser Leistungsspektrum überzeugt

Ob Diagnostik, Chirurgie, Therapie oder Notfall- und Intensivmedizin – wir geben alles, wenn es um die Gesundheit Ihres Tieres geht. Und haben für eine Vielzahl von Behandlungsfällen in der Pferdemedizin die richtige Lösung oder Methode in petto.

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